Martin aus Ulm: Treppenhausreinigung mit System statt Zufall
Last Updated on November 2, 2026
Martin und der unsichtbare Engpass im Ulmer Treppenhaus
Martin betreut in Ulm ein Mehrfamilienhaus mit 24 Wohnungen und drei Aufgängen. Der Auftrag klingt einfach: Treppenhaus sauber halten. Beim ersten Rundgang zählt er 18 Kontaktflächen pro Aufgang – Handläufe, Lichtschalter, Briefkastengriffe und Wohnungstüren. Zwischen 7 und 9 Uhr berühren bis zu 60 Menschen genau diese Stellen. Die sichtbaren Stufen sind selten das Problem; die unsichtbaren Griffpunkte sind es.
Das Problem: Zeitdruck trifft Kontaktflächen
In vielen Objekten wird zuerst gefegt und gewischt, was im Blickfeld liegt. Für Handläufe und Schalter bleibt am Ende der Schicht oft keine Zeit. Martin beobachtete, dass Beschwerden nicht wegen grober Verschmutzung kamen, sondern wegen klebriger Griffe und fleckiger Lichtschalter. Das ist kein Fleißproblem, sondern eine Frage der Reihenfolge: Wer mit dem Boden beginnt, verliert die Kontaktflächen aus dem Zeitbudget.
Die Ursache: Dosierung und Einwirkzeit werden unterschätzt
Ein zweiter Fehler liegt im Reinigungsmittel. Viele Pläne nennen nur das Produkt, nicht die Dosierung. Martin arbeitet nach Herstellerangabe und lässt Reiniger auf Glas und Sanitärflächen die vorgegebene Einwirkzeit stehen, statt sofort nachzuwischen. Bei Mikrofasertüchern nutzt er feste Farbcodes pro Zone und faltet das Tuch vierfach, damit jede Fläche eine frische Seite bekommt. Das verhindert, dass Schmutz von der Toilette zum Handlauf wandert.
Die Lösung: Zonenplan, Einwirkzeit, Dokumentation
Martin teilt jeden Aufgang in drei Zonen: Kontaktflächen, Stufen und Glas. Er beginnt oben, arbeitet sich nach unten vor und trägt Uhrzeit, Zone und Mittel in einen kurzen Reinigungsnachweis ein. Für einen Aufgang braucht er 42 Minuten: 12 Minuten für Kontaktflächen, 20 Minuten für Stufen, 10 Minuten für Glas. Hinter dem Namen martin steht damit ein Ablauf, der auch bei Vertretungen funktioniert.
- Kontaktflächen zuerst: Handläufe, Schalter und Türgriffe mit frischer Tuchseite.
- Einwirkzeit einhalten: Reiniger nicht sofort wegwischen, sondern nach Herstellerangabe arbeiten.
- Farbcodes trennen: Sanitär, Glas und Boden bleiben bei ihren eigenen Tüchern.
Was Hausverwaltungen daraus lernen können
Ein Treppenhaus braucht keinen größeren Zeitblock, sondern eine klare Priorität. Drei Fakten reichen für den Anfang: Kontaktflächen zuerst, Einwirkzeit einhalten, Farbcodes nicht mischen. Martin dokumentiert zusätzlich, wann welcher Aufgang gereinigt wurde. Das schafft Transparenz bei Mietern und erleichtert die Übergabe an Vertretungen. Aus einem unsichtbaren Engpass wird so ein planbarer Ablauf – ohne zusätzliche Werbeversprechen.
